Wie ihr fürs Web designt: “Die Herangehensweise aus dem Printdesign kann nicht ins Webdesign übertragen werden.”

24. März 2016 von Sebastian Maier

Interview von Manja Zech von ZEILER + ZECH zum Thema: Wie designst du fürs Web?

Manja Zech ist Grafikdesignerin bei ZEILER + ZECH und arbeitet sowohl für Print als auch fürs Web. Genau die richtige Ansprechpartnerin für Fragen rund ums Webdesign, dachten wir uns. Und so ist es dann auch geschehen. Lest diese Woche das interessante Interview mit Manja.

Manja Zech von ZEILER + ZECH


1. Welche Tools verwendest du zum Designen von Websites und warum?

Im ersten Schritt nehme ich mir Zeit, um zu recherchieren. Ich beschäftige mich intensiv mit dem Kunden bzw. seinen Produkten oder Dienstleistungen, der Darstellung, beispielsweise Inhalte, Farben und Schriften, und seinem Umfeld. Im Anschluss befasse ich mich mit den aktuellen Trends und technischen und gestalterischen Möglichkeiten im Webdesign. Aus meinen Notizen und Scribbles, mit Drucker, Schere und Kleber, entsteht nach und nach ein Skript.

Mit diesem Skript geht es dann mit der Adobe Creative Suite an die Gestaltung. Die Layouts erstelle ich mit InDesign, Grafiken und Bilder bearbeite ich mit Illustrator und Photoshop. Die Tools bin ich aus dem Printdesign gewohnt und kann damit sehr effizient gestalten.

2. Was ist für dich der Hauptunterschied zwischen einem Design für Print und einem für Web? Worauf kommt es dir bei Webdesign am meisten an?

Die größten Unterschiede vom Webdesign zum Printdesign sind die vielen verschiedenen Endgeräte und die Möglichkeit, Filme zu zeigen oder Inhalte mittels Animation oder Interaktion interessant zu gestalten und zu vermitteln. Besonders wichtig sind die Reduzierung auf die wesentlichen Informationen und eine einfache Benutzerführung.


3. Wo bekommst du deine Inspirationen her?

Der alltägliche Gebrauch des Internets kann sehr inspirierend sein, vor allem der Besuch von Websites von Theatern, Konzerthallen und Museen. Weltweit sind Architekten, Industriedesigner, Modelabels und natürlich Bands weit vorn. Ansonsten nutze ich das Angebot an Kunstausstellungen, einschlägige Fachliteratur und verschiedenste Fachmagazine, Newsletter oder TV-/Web-Angebote.


4. Was gefällt dir an Webdesign am meisten? Und was ist in deinen Augen die besondere Herausforderung?

Am Webdesign gefallen mir die Komplexität der Aufgaben und die vielen Möglichkeiten, die für Designer zur Verfügung stehen. Die besondere Herausforderung ist die Erarbeitung einer effektiven Struktur des Webprojektes.


5. Welchen Stil/Trend findest du momentan besonders schön?

Schlicht, funktional und eindrücklich! Ein Beispiel: www.tricolor.ch/de


6. Designst du erst für Desktop und wandelst das dann für Liquid-Responsive um oder designst du nach dem mobile-first-Ansatz?

In meinen ersten Notizen, Scribbles und Entwürfen sind beide Ansätze bereits enthalten. Mit InDesign erstelle ich zuerst das Layout für den Desktop und dann für Liquid-Responsive.


7. Was hältst du von dem Content-first-Ansatz? Also wenn sich das Design nach der Art und der genauen Menge des Textes richtet.

Ich kann den Ansatz nachvollziehen, wenn es sich um Projekte handelt, die ihre Zielgruppe generell an mobilen Endgeräten finden und deren Inhalte entsprechend angepasst sind. Dennoch stehen bei mir die Benutzerfreundlichkeit sowie technische und gestalterische Aspekte eher im Vordergrund.


8. Gibt es einen Stil oder eine Art von Website, die du noch nicht umgesetzt hast, die du aber unbedingt mal umsetzen möchtest?

Ganz schlicht, schwarz-weiß… sehr fein.


9. Hast du einen Tipp zu Webdesign, den du eher printlastigen Designern mitgeben möchtest?

Die Herangehensweise aus dem Printdesign kann nicht ins Webdesign übertragen werden. Schon allein die Inhalte sind nicht nacheinander angeordnet wie in einem Buch, sondern können geteilt und untereinander verknüpft werden. Der User wildert sich praktisch durch das Internet und pickt sich die für ihn interessanten Sachen heraus. Ich habe mal gelesen, dass man Internetnutzer mit Lesern vergleichen kann, die hinten anfangen … kommt mir bekannt vor :).


10. Worin siehst du in der Zukunft für dich die größte Herausforderung im Web-Design?

Die zukünftigen Innovationen werden auch meine zukünftigen Herausforderungen im Webdesign sein.


11. Was schätzt du an der Zusammenarbeit mit
smooster?

Ich schätze ganz besonders die ergebnisorientierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Beratung und Hilfestellung von einem motivierten Team und die „kurzen Wege“.


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