Umwege abschaffen: Wie Inline Editing und Designfreiheit zusammenpassen

06.12.2013 von

Umwege abschaffen: Wie Inline Editing und Designfreiheit zusammenpassen

“Das haben wir schon immer so gemacht.”

“Das machen wir eben so.”


Beides sind nicht wirklich Sätze, die bei kreativen Menschen Freudensprünge auslösen.


Gerade Webdesign ist ein Bereich, der mit der Fortentwicklung der technischen Möglichkeiten immer flexibler und besser wird. Diese Entwicklung wird vorangetrieben von Menschen, die verstehen, dass eine Lösung noch lange nicht die beste ist, nur weil sie bereits längere Zeit so angewandt wird.

Natürlich muss niemand von uns das Rad neu erfinden, aber wer sich zum Ziel setzt, eine bestehende Lösung noch besser und dynamischer zu machen, sollte sich fragen: Ist jeder bekannte Schritt wirklich nötig oder gibt es nicht einen direkteren Weg ans Ziel?

Mit unnötigen Umwegen bei der Umsetzung von Websites habe ich mich in meinem letzten Artikel ja bereits beschäftigt. Du findest ihn hier: Wieso ein CMS nicht teurer sein muss als eine statische HTML Website


Nach überflüssigen Umwegen zu suchen, sie zu prüfen und wenn möglich durch eine direkte Lösung zu ersetzen, ist eine Art zu denken, die sich auf viele Bereiche anwenden lässt.


Umwege erkennen und hinterfragen

Bevor wir uns entschieden haben smooster mit einem eigenen CMS umzusetzen, haben wir zunächst verschiedene bestehende Lösungen getestet. Ein wichtiges Kriterium dabei war, ein CMS zu finden, das sowohl für Designer als auch für ungeschulte Endkunden intuitiv zu bedienen ist - ein CMS ohne unnötige Umwege eben.

Die Entscheidung, ein eigenes CMS zu entwickeln, gab uns schließlich die Freiheit jeden Schritt zu überdenken und dafür zu sorgen, dass das fertige Produkt eine direkte, intuitive Bedienung haben würde.

Die Trennung der Bearbeitung in Backend und Frontend führt besonders bei Endkunden oft zu Frust. Eine Eingabe im Backend wird auf der fertigen Website anders als erwartet dargestellt und ein kaum technikaffiner Kunde muss sich an den Designer wenden oder aufwendige Schulungen machen, nur um die eigene Website ab und zu auf den neuesten Stand bringen zu können.


Inline Editing, also die Bearbeitung des Inhalts direkt in der Website, erleichtert es Texte oder Bilder auf Websites zu verändern, da man direkt sieht, wie die Veränderung in der Website aussieht - what you see is what you get. Der Umweg - das hin- und her Springen zwischen Backend und Frontend fällt bei Inline Editing bzw. Frontend Editing weg.


smooster Editor: Ein fetter blauer Rahmen markiert den Bereich in der Website, in dem man gerade Änderungen vornimmt.

smooster Editor: Ein fetter blauer Rahmen markiert den Bereich in der Website, in dem man gerade Änderungen vornimmt.


Wie Umwege abschaffen, ohne neue Einschränkungen zu schaffen?

Dass es höchste Zeit ist, die Bearbeitung von Websites intuitiver, schneller und einfacher zu machen, erkennen mittlerweile immer mehr Entwickler. Vor kurzem sorgte ein neues Inline-Editing-Plugin für Wordpress in Blogs und auf Twitter für Aufsehen und die Reaktionen darauf zeigen, dass sich viele Designer eine direktere Arbeit wünschen.


Eines darf dabei aber nicht den Kürzeren ziehen: die Designfreiheit. Vor allem bei sehr großen Systemen sind Erweiterungen z.B. durch Plugins oft nur unter Einschränkung der Designmöglichkeiten machbar. Je mehr Bereiche ein System versucht abzudecken, um so mehr Einschränkungen entstehen, um das große System stabil zu halten. Aber Inline Editing, das auf einer eingeschränkten Designfreiheit fußt, ist ein bisschen wie zu sagen: “Hier hast du einen direkte Weg, ist er nicht schön? Aber du kannst nur in die Fußabdrücke auf dem Boden treten und fass bitte nichts an.”

Uns ist wichtig sicherzustellen, dass ein individuelles Design via Inline Editing so bearbeitbar ist, wie es die jeweilige Website erfordert. Der Kunde soll sich nicht der Technik anpassen müssen. Das Design bestimmt die Bearbeitung, nicht umgekehrt. Dank der Art wie wir Websites in smooster CMS bearbeitbar machen, können wir auch das Inline Editing dem Design folgend anpassen.


Direkte Lösungen sorgen für mehr Zufriedenheit

Ein Designer mit vielen Jahren Erfahrung in der Nutzung von Wordpress und Typo3 sagte uns, dass seine Kunden oft ein ähnliches System anfragen, es aber bei den großen CMS nichts vergleichbares gibt. Ein Kunde, der zuvor noch nie mit einem CMS gearbeitet hatte, konnte ohne Schulung, bereits innerhalb von 20 Minuten, eigene Unterseiten angelegen und sie direkt mit Inhalt füllen.

Egal ob es von Menschen stammt, die bereits mit vielen verschiedenen CMS gearbeitet haben, oder von Kunden, die das erste Mal den Inhalt einer Website bearbeiten, das Feedback zeigt, dass es die richtige Entscheidung war Inline Editing nicht in den engen Rahmen eines großen Systems aufzubauen, sondern unseren eigenen Weg zu gehen.


Klar, wir lieben Technik, aber wir glauben auch, dass es möglich sein muss, tolle individuelle Websites zu erstellen und zu bearbeiten, ohne ein totaler Technik-Junkie sein zu müssen. Das geht nicht mit eingeschränkten Webbaukästen, es geht aber mit kreativen Menschen und einem intuitiven System, die sich jedes Mal aufs Neue individuell auf ein Design einstellen.

Um Umwege zu erkennen, muss man sich von dem lösen können, was man kennt. Manchmal heißt das auch, dass man mit einer ganz leeren Leinwand anfangen muss - aber es zahlt sich aus.


Gibt es Umwege in eurem Arbeitsprozess, die ihr eigentlich gerne anders hättet?

Habt ihr selbst bereits Umwege erkannt und neue Lösungen gefunden? Ich freue mich, davon zu erfahren.


Maze by Seongbin Im on flickr under CC BY-SA 2.0

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