Hingucker ausgefallene Schriftarten: So verwendest du Webfonts

26. März 2015 von Sebastian Maier

Was bei Webfonts zu beachten ist und wie man sie miteinander kombiniert

Die Verwendung von Fonts im Webdesign wird immer beliebter. Für den Retro-Stil beispielsweise sind auffällig gestaltete Webfonts unabdingbar. Bei Kundenprojekten freuen wir uns immer wieder darüber, wenn ausgefallenere Schriftarten verwendet werden. Gleichermaßen finden wir es faszinierend, wie die Typografie dem Design das gewisse Etwas verleiht. Sei es, weil sich beides einfach “nur” hervorragend ergänzt oder weil die Schrift dem Produkt oder der Dienstleistung entspricht und diese somit noch zusätzlich unterstreicht.

Doch wo erhält man Fonts, was ist dabei zu beachten und wie funktioniert es, diese miteinander zu kombinieren?


Warum Webfonts?

Wie bereits erwähnt, kann man einem Design durch Webfonts das gewisse Etwas verleihen. Musste man früher den Text in der gewünschten Font als Bild einbinden, so kann man heute ganz einfach die Schriftart in die Website integrieren und verwenden. So wird das Geschriebene – im Gegensatz zu einem Bild – auch für Google lesbar.


Wo findet man Webfonts?

Man kann Fonts unter anderem als open source kostenfrei bei Google Webfonts erhalten. Die Auswahl ist sehr groß und das Einbinden in die Website einfach. Man kann Fonts aber auch kaufen. Dafür gibt es diverse Anbieter wie Adobe Typekit, Fontdeck oder MyFonts.

Interessant ist, dass ich bei Gesprächen mit Designern oft auf die Google Webfonts hinweise, dieser Tipp aber generell kaum auf Anklang stößt. Gerade Print-Designer scheinen die populären, kostenpflichtigen Fonts zu bevorzugen, die sie in den meisten Fällen bereits schon einmal eingesetzt haben. Diese wollen sie dann auch im Web nutzen, weil es entweder die Hausschrift des Kunden ist oder ihnen die Schriften grundsätzlich gefallen.


Was ist beim Kauf zu beachten?

Webfonts lassen sich als Lizenzmodell erwerben, wobei es unterschiedliche Varianten gibt. Anbieter wie beispielsweise fontshop.com arbeiten mit Einmalzahlungen. Auch gibt es die Möglichkeit, Aboverträge abzuschließen – beispielsweise bei Typekit oder fonts.com.

Meist läuft es aber auf so genannte Pageview- oder Impression-Lizenzen heraus. Als Pageview wird jeder einzelne Seitenaufruf innerhalb einer Website gezählt. Man kauft also die Lizenz nur für eine gewisse Menge an Pageviews.

Eine Zeitlang gab es große Unterschiede darin, wie Anbieter diese Pageviews zählten. Manche berechneten sie pro Monat, andere pro Lifetime. Inzwischen scheinen sich die meisten Anbieter angeglichen zu haben und es wird in der Regel pro Monat gezahlt. Das heißt, dass die Lizenz normalerweise nicht erweitert werden muss, wenn sich das Pageview-Volumen nicht erhöht.

Manche Lizenzen fordern zudem, dass der Inhaber der Schrift vom Websiteinhaber die Erstellung und die Herausgabe von Statistiken verlangen kann:
“1.5. ‘Pageview’ is each request to load a single page of each of Your Websites. Pageviews – also referred to as page impressions or page requests – must be recorded by a commonly accepted or recognized performance tracking system. Monotype reserves the right to request written copies of Your average Pageview reporting statistics.”
Quelle: fontshop.com Lizenz

Besonders als Designer oder Agentur ist auch zu beachten, dass die Weitergabe der Fonts an Kunden abhängig vom Anbieter unterschiedlichen Regelungen unterliegt. Bei manchen Anbietern schließen Pakete bereits Kundenwebsites mit ein, bei anderen Anbietern muss je Kunde ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.

myfonts.com schreibt zum Beispiel in seinen Bedingungen: “Businesses or organizations such as advertising agencies, web design agencies or hosting providers that are responsible for multiple clients’ Websites must enter into separate Agreement’s for each client Website.” Quelle: myfonts.com Lizenz


Was ist eine Fallback-Schriftart und wozu ist sie gut?

Wenn die Pageviews pro Monat abgelaufen sind oder es zu technischen Problemen beim Lizenz-Hoster oder mit dem Browser kommt, kann eine Webfont auch schon einmal nicht mehr angezeigt werden. In diesen Fällen ist es dann sinnvoll, eine so genannte Fallback-Schriftart in die Website eingebunden zu haben. Die Fallback-Schriftart wird dann anstelle der ursprünglichen Webfont angezeigt, bis diese wieder verfügbar ist.

Solch ein Ausfall hängt übrigens nicht davon ab, ob die Schrift kostenfrei oder kostenpflichtig ist. Kostenpflichtige Fonts sind theoretisch sogar gefährdeter, falls sie einer Pageview-Lizenz mit einem maximalen Kontingent unterliegen.


Welche Schriftzeichen sind für das Webprojekt notwendig?

Wer international oder vielleicht sogar global unterwegs ist, der benötigt logischerweise Webfonts in den Sprachen all seiner Zielmärkte. Dazu gehören asiatische, arabische, aber auch europäische Schriftzeichen wie kyrillisch. Man sollte in diesen Fällen bereits bei der Auswahl der Webfont darauf achten, ob sie in verschiedenen Schriftzeichen zur Auswahl steht.


Webfonts kombinieren – aber wie?

Woran erkennt man, ob sich unterschiedliche Fonts kombinieren lassen bzw. ob sie überhaupt zusammenpassen? Auf typegenius.com oder auch typ.io könnt ihr ganz schnell sehen, ob Schriften miteinander harmonieren und auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren.



Welche Webfonts verwendet ihr gerne? Fragen eure Kunden gezielt nach anderen Schriftarten? Und welche Font würdet ihr gerne mal in einem Webprojekt verwenden?



(Headerbild: Foto von Ralf_H., flickr.com/Creative Common Licence)

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