Double-Opt-In-Pflicht für Newsletter und Social Media Buttons - so funktioniert die doppelte Bestätigung

17.04.2014 von

Double-Opt-In-Pflicht für Newsletter und Social Media Buttons - so funktioniert die doppelte Bestätigung

Du findest einen Newsletter der dich interessiert und meldest dich an. Kurz darauf erhältst du eine kurze E-Mail, in der du gebeten wirst die Anmeldung noch einmal zu bestätigen. Dieser Vorgang nennt sich Double-Opt-In oder doppelte Bestätigung. Er ist nicht einfach nur praktisch, um die Qualität der Newsletterliste zu schützen, sondern in Deutschland sogar unbedingt notwendig.


In diesem Artikel erfährst du, wieso Double-Opt-In wichtig ist und wie du dir die doppelte Bestätigung bei deinem Newsletter oder Social-Media-Buttons einholen kannst.

Unsere Tipps basieren auf unserer eigenen Erfahrungen und den Informationen der zitierten Rechtsblogs. Grundsätzlich empfehlen wir, sich bei rechtlichen Fragen rund um Newsletter, Websites und Datenschutz von einem Juristen beraten zu lassen. Dieser Artikel soll auf die Wichtigkeit des Double-Opt-Ins aufmerksam machen und für das Thema sensibilisieren, er ersetzt jedoch keine Rechtsberatung.


Double-Opt-In bei Newslettern

Wer sich selbst für einen Newsletter anmeldet und diese Anmeldung dann noch erneut bestätigen muss, empfindet das vielleicht als unnötig - man hat sich ja gerade bereits angemeldet. Wie wichtig diese Bestätigung aber ist, wird klar, wenn man sich überlegt, dass eigentlich jeder jede ihm bekannte E-Mailadresse in ein Newsletterformular eintragen kann.

Mit der zweifachen Bestätigung zeigt der Abonnent, dass er wirklich die Person mit Zugriff auf die E-Mailadresse ist.


Für den Newsletteranbieter hat das Double-Opt-In zwei wichtige Vorteile:

  • Klarheit: Durch das Double-Opt-In stellst du sicher, dass nur echte Personen mit echtem Interesse deinen Newsletter abonnieren. So erhöhst du die Qualität deiner Liste und die Chance auf eine gute Öffnungsrate.
  • Sicherheit: Das Double-Opt-In ist in Deutschland Pflicht, da der Newsletteranbieter “bei einer nicht erlaubten Kontaktaufnahme wettbewerbswidrig verhält und abgemahnt werden kann.” schreibt Jurist Sebastian Ehrhardt auf eRecht24.  Die Bestätigung der Anmeldung durch die angegebene E-Mailadresse entspricht der vom Gesetzgeber geforderten ausdrücklichen Einwilligung. 

Da Datenschutz im Internet noch immer eine relativ junge Geschichte hat, tauchen immer wieder Einzelfälle auf, deren Urteile die Rechtslage in die eine oder die andere Richtung lenken können. Gerade für juristische Laien, wie uns auch, ist es daher wichtig mithilfe von Rechtsblogs informiert zu bleiben und bei neuen Urteilen, die das eigene Unternehmen betreffen können, fachlichen Rat einzuholen.

Zum Beispiel gab es Ende 2012 ein Urteil zu einem Fall, der das Double-Opt-In scheinbar zu gefährden drohte. Nach der Analyse verschiedener Rechtsanwälte ist der Fall jedoch nicht allgemein übertragbar und das Double-Opt-In kann weiterhin zur Bestätigung genutzt werden. Wenn du mehr über diesen Fall erfahren möchtest, kann du ihn hier nachlesen.


Newsletter - So geht's

Wichtig beim Erstellen deines Double-Opt-In ist, dass die E-Mail nur die Aufforderung zur Bestätigung enthalten darf. Alles was als Werbung für dich oder dein Unternehmen gewertet werden kann, solltest du in der Bestätigungsemail weglassen. Außerdem musst du den Empfänger darüber informieren, was passiert, wenn er die E-Mail fälschlicherweise erhalten hat.

Mehr zu der Rechtslage rund um Double-Opt-In bei Newslettern und weitere Punkte, die du bei deinem Newsletter beachten solltest, kannst du auf dem Blog eRecht24 erfahren.


Hier kannst du sehen wie die Bestätigungsemail aussieht, die wir bei unserem smooster Newsletter versenden:

Auch smooster verwendet Double-Opt-In bei der Anmeldung für den Newsletter.

Wir bei smooster verwenden den Newsletterdienst Mailchimp und haben damit gute Erfahrungen gemacht. Mailchimp ist bisher jedoch leider nur mit einer englischen Bedienoberfläche verfügbar. Die Bereiche, die der Abonnent später sieht, können aber alle auf Deutsch angepasst werden.


Um herauszufinden welcher Newsletterdienst am besten zu deinem Projekt passt, kann du den Vergleichstest von emailtooltester.com verwenden. Dort findest du Informationen zu verschiedenen deutschsprachigen und englischsprachigen Diensten, den Kosten und Leistungen:

Vergleiche verschieden Newslettertools um das beste für dein Projekt zu finden.


Social-Opt-In bei Facebook-, Twitter- und Google-Plus-Buttons

Eine weitere Bestätigungspflicht gibt es bei den Buttons der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Google Plus, die man in Websites einbauen kann. Sie sind besonders bei Blogartikeln beliebt und ermöglichen dem Leser einen interessanten Artikel direkt über eines der Netzwerke mit anderen Menschen zu teilen.

Das Ärgerliche mit diesen Buttons ist aber, dass sie Informationen zurück an das soziale Netzwerk übermitteln, ganz egal ob man darauf klickt oder nicht. So können die Netzwerke Nutzerprofile erstellen. Da die Datenübertragung ohne ausdrückliche Zustimmung dem deutschen Datenschutzgesetz widerspricht, solltest du diese Social Media Buttons nicht einfach so in deine Website einbauen. Über einen Fall von 2011 und die Einschätzung eines Rechtsanwalts kannst du auf dem Blog Recht 2.0 mehr erfahren.


Social Media Buttons - So geht's

Um eine höhere Sicherheit für die eigenen Leser zu schaffen, führte die Website heise.de im Herbst 2011 Opt-In-Buttons ein. Diese Buttons sind zunächst eingegraut und deaktiviert. In diesem Zustand senden sie keine Daten an Facebook und co. In einer 2-Klick-Lösung schaltet der Nutzer zunächst den Button frei und kann dann erneut klicken um den Inhalt zu teilen.

smooster verwendet die Social Media Opt in Buttons von heise.de


Wie du am Ende dieses Artikels sehen kannst, verwenden auch wir die Lösung von heise. Bei der Umsetzung von Websites zusammen mit Designern bauen wir auch ausschließlich diese sichere Variante ein.


Welchen Newsletterdienst verwendest du und wie sind deine Erfahrungen damit?

Hast du bereits Social Media Buttons in das Design deiner Website oder das deiner Kunden eingeplant?


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